„Busunfall mit mehreren eingeklemmten Personen“ war der Alarmierungsgrund für eine große Einsatzübung am Samstag, 6. Oktober 2007 um 14:00 Uhr beim „Grabner“ im Gemeindegebiet von Haibach.

Übungsszenario: Ein Bus mit 32 Fahrgästen befand sich auf der Fahrt von Haibach nach Hartkirchen. Ausgelöst durch ein entgegenkommendes überholendes Fahrzeug kam der Autobus ins Schleudern und kippte um. Der PKW versuchte auszuweichen, überschlug sich und kam in der Wiese auf dem Dach zu liegen. Der überholte Geländewagen konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen, stürzte ebenfalls um und schlitterte in den Bus.


Um 14.02 wurde die FF Haibach ob der Donau und die Feuerwehren der technischen Alarmstufe II (FF Hilkering/Hachlham, FF Hartkirchen, FF St. Agatha) sowie zusätzlich FF Oed in Bergen und FF Haizing durch die Bezirkswarnstelle Eferding per Sekundentest der Sirene alarmiert bzw. die Rettung und Polizei telefonisch verständigt.

Bei Eintreffen der Feuerwehr Haibach am Einsatzort wurde sofort durch den Einsatzleiter BI Dieplinger Josef mit dem Erkunden der Lage begonnen. Zeitgleich wurde der Übungsort durch die Lotsen abgesichert und die Einsatzleitstelle errichtet. Weiters wurde ein Brandschutz zur Sicherung der Unfallfahrzeuge aufgebaut.

Da sich durch die Lageerkundung mehrere Schwerpunkte ergaben wurde der Einsatz in mehrere Abschnitte unterteilt.

Während sich die Feuerwehren Haibach und St. Agatha im Einsatzabschnitt „Bus“ mit der Rettung der verletzen Fahrgäste im verunfallten Bus beschäftigten, wurde die FF Hilkering/Hachlham mit der Befreiung von drei im PKW eingeklemmten Personen beauftragt.
Da der Einsatzleiter bei der Erkundung einen gefährlichen Stoff im Heck des Geländewagens entdeckte, wurde ein dritter Einsatzabschnitt durch die FF Hartkirchen gebildet.
Während die Rettung mit dem Einrichten einer „Triage“ (= Einteilung der Personen nach Verletzungsgrad) begann, sicherte die Polizei den Unglücksort weiter ab.

Im Einsatzabschnitt „Bus“ wurde zuerst durch die Besatzung des RLF Haibach der Autobus gegen Abrutschen gesichert. Danach begann man mit der Rettung der Fahrgäste, wobei der Hauptzugang zu den 32 Verletzten aufgrund der schwierigen Lage durch die Heckscheibe erfolgen musste. Eine weitere Öffnung wurde durch das hydraulische Rettungsgerät bei der Dachluke geschaffen. Ein Sanitäter des Roten Kreuzes führte die Erstversorgung an Ort und Stelle durch und erteilte die Anweisungen für die richtige Befreiung der Personen.

Währendessen begann die FF Hilkering/Hachlham mit der Befreiung der eingeklemmten Personen im verunfallten PKW. Da der Brandschutz bereits durch die FF St. Agatha aufgebaut war, konnte das Auto stabilisiert und ein erster Zugang geschaffen werden, um die Verletzten betreuen zu können. Nach Rücksprache mit dem Roten Kreuz wurden die Unfallopfer nach Entfernen der Tür durch das hydraulische Rettungsgerät befreit.

Eine anspruchsvolle Aufgabe wurde der Feuerwehr Hartkirchen zugeteilt, da sich in dem umgestürzten Geländewagen sowohl eine Person als auch ein gefährlicher ätzender Stoff befand. Um sowohl die Verletzten als auch die Einsatzkräfte nicht zu gefährden, wurde ein zusätzlicher Gefahrenbereich deklariert und abgesperrt. Diese Zone konnte aus Sicherheitsgründen nur mit Vollschutzanzug und schwerem Atemschutz betreten werden. Nach der „Crash-Rettung“ des eingeklemmten Fahrers wurde das beschädigte Gefahrengut abgedichtet und geborgen.

Der Transport und die Betreuung der vielen Verletzen wurde in Kooperation mit der Rettung von den Feuerwehren Oed in Bergen und Haizing wahrgenommen.

Nach ca. 45 Minuten konnten insgesamt 11 Schwer-, 17 Leicht- und 9 unverletzte Personen gerettet und dem Roten Kreuz übergeben werden.

Anschließend begann die Bergung der verunfallten Fahrzeuge. Die Feuerwehr Wels rückte mit dem Kranfahrzeug aus, um den Bus wieder auf die Räder zu stellen, während der Abtransport der beiden PKWs von der Fa. Steinbock übernommen wurde.

 

Übungsende: 17:30
Fahrzeuge: 1 RLF, 2 TLF, 1 LF-B, 1 KRF, 2 KLF, 1 KDOF, 1 KF, 1 LAST
Mannschaft: 71 Mann

Einsatzleiter: BI Dieplinger Josef
Übungsleiter: AW Auinger Siegfried
Übungsbeobachter: BR Burger Walter, HBI Ratzenböck Josef, HBM Mühlbauer Gerhard

Die Feuerwehr Haibach bedankt sich sehr herzlich bei:

+ allen „Unfallopfern“
+ den beteiligten Feuerwehren
+ der Feuerwehr Wels
+ Rotes Kreuz Eferding
+ der Polizei Aschach
+ Fa. Steinbock
+ Fa. Gratz
+ ÖBB-Postbus GmbH
+ Bürgermeister Hofrat Mag. Josef Ecker

Natürlich auch bei Übungsleiter AW Siegfried Auinger, ohne den diese Übung gar nicht möglich gewesen wäre.

Zu guter Letzt möchte sich der Übungsleiter noch bei all jenen bedanken, die ihn in seinem Vorhaben tatkräftig unterstützt haben:

+ HBI Josef Ratzenböck
+ BI Josef Dieplinger
+ HBM Gerhard Mühlbauer
+ HFM Mario Leidinger
+ Siegfried Auinger sen.

Bericht: HBM Mühlbauer Gerhard & AW Auinger Siegfried

Kategorien: Ausbildung

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